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Q&A Stottern

Stottertherapie und Atemtraining nach der Del Ferro Methode
In unserer Fragerunde beantworten wir häufige Fragen über Stottern, seine Ursachen und wie man es loswerden kann.

Wie viele Menschen stottern?

Weltweit stottert etwa 1 % der Bevölkerung, was etwa 175 000 Menschen in den Niederlanden und etwa 80 Millionen Menschen weltweit entspricht.

Was ist die Ursache des Stotterns?

Stottern gilt als erlerntes Verhalten, das ohne Hilfe nur schwer wieder verlernt werden kann. Jeder Mensch beginnt aus unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Zeiten zu stottern, so dass es schwierig ist, eine bestimmte Ursache zu ermitteln. Die physische Ursache des Stotterns ist jedoch gut bekannt und wissenschaftlich erwiesen. In den 1970er Jahren entdeckte Len Del Ferro, dass unkontrollierte Bewegungen des Zwerchfellmuskels Stottern verursachen.

Wenn sich der Zwerchfellmuskel beim Sprechen gleichmäßig nach oben bewegt, ergibt sich eine flüssige Sprache. Beim Stottern macht das Zwerchfell jedoch ruckartige Bewegungen, wodurch der Luftstrom unterbrochen wird und gegen die Stimmbänder drückt, was zu stockendem Sprechen oder sogar zu einer vollständigen Blockade führt, die das Sprechen unmöglich macht.

Ist Stottern erblich?

Manchmal wird angenommen, dass Stottern vererbbar ist, aber dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Die Tatsache, dass bei eineiigen Zwillingen manchmal ein Kind stottert und das andere nicht, deutet auf eine nicht-erbliche Grundlage hin.

Stottern kann auch auftreten, weil Kinder das Verhalten von stotternden Familienmitgliedern nachahmen. Wenn eine Veranlagung zum Stottern besteht und jemand in seinem Umfeld stottert, kann ein Kind dieses Verhalten kopieren, was manchmal zu einem Muster führt, das über Generationen hinweg fortbesteht.

Ist Stottern geistig oder körperlich bedingt?

Stottern ist in erster Linie ein körperliches Phänomen, das durch unkontrollierte Bewegungen des Zwerchfells hervorgerufen wird und oft auch psychisch-emotionale Folgen hat. Dies kann zu überwältigenden Ängsten und Sprechangst vor bestimmten Situationen, Buchstaben und Wörtern führen.

Stottern beeinträchtigt nicht nur das Sprechen, sondern wirkt sich auf alle Aspekte des Lebens aus, einschließlich des Selbstbildes, des Selbstbewusstseins, der sozialen Interaktionen und der Bildungs- und Berufswahl. Sie kann sogar so tiefgreifend sein, dass sie sich auf den Lebenswillen einer Person auswirkt.

Manche Menschen mit einem Stotterproblem werden durch ihren Rückzug isoliert und unglücklich. Andere lernen, mit ihrem Stottern umzugehen, manchmal mit Hilfe von Tricks, die so effektiv sind, dass ihr Stottern unbemerkt bleibt.

Wird Stottern durch falsche Atmung verursacht?

Der Zwerchfellmuskel spielt eine entscheidende Rolle bei der Atmung, denn er ist zu 90 % für die Atmung verantwortlich. Beim Stottern wird nicht unbedingt falsch geatmet, aber während des Sprechens und Stotterns kann der Zwerchfellmuskel unkontrollierte Bewegungen machen, die das flüssige Sprechen beeinträchtigen.

Warum stottert ein Mensch nicht immer, sondern manchmal mehr und manchmal weniger?

Menschen, die stottern, erleben Momente fließenden Sprechens oder reduzierten Stotterns. Sie stottern zum Beispiel nicht, wenn sie mit Tieren sprechen oder an „guten“ Tagen. Manche stottern dramatisch, sprechen aber während eines Vortrags völlig fließend, während andere mehr stottern. Die Schauspielerei scheint bei vielen Stotternden gut zu funktionieren, möglicherweise weil sie dann eine Rolle spielen.

Stress erhöht das Risiko des Stotterns, insbesondere in Situationen wie Präsentationen, Vorlesen oder Telefonieren. Menschen, die stottern, können auch Angst vor bestimmten Buchstaben oder Wörtern haben. Jeder stottert auf seine eigene, persönliche Art und Weise; was für den einen eine Herausforderung ist, kann für den anderen leicht sein.

Stottern ist also von Person zu Person und von Situation zu Situation unterschiedlich, und niemand stottert ständig. Die Entdeckung einer Technik, die das Stottern verhindert, bietet die Gewissheit, dass das Sprechen immer fließend sein kann.

Warum stottert jemand nicht beim Singen?

Während des Singens wird das Zwerchfell ständig kontrolliert, so dass dieser Muskel automatisch sanfte Bewegungen ausführt, die zu einem ununterbrochenen Fluss der Töne führen. Diese fließende Bewegung ist auch für das Sprechen notwendig; bei Menschen, die stottern, findet diese fließende Bewegung jedoch nicht immer statt.

Kann das Stottern von selbst verschwinden?

Stottern tritt in der Regel zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr auf, eine Zeit, in der viele Kinder vorübergehend weniger flüssig sprechen. Etwa 4 % der Kinder wiederholen Wörter, stottern oder stolpern über ihre Worte. Das ist verständlich, denn Sprechen ist ein komplexer Vorgang, der viel Übung erfordert. In diesem Stadium wächst der Wortschatz rasch, während sich die Kenntnisse über die Satzstruktur und die Sprachmotorik noch entwickeln.

Diese Art des stotternden Sprechens, das oft in einer entspannten Art und Weise auftritt, wird als primäres Stottern bezeichnet und unterscheidet sich vom echten Stottern. Diese verschwindet in der Regel von selbst wieder. Etwa eines von drei dieser Kinder beginnt jedoch nach einer Phase des primären Stotterns, in der das Zögern von entspannt zu angespannt wechselt, tatsächlich zu stottern.

Kann man das Stottern loswerden?

Es ist möglich, sich in jedem Alter vollständig vom Stottern zu erholen. Die Del Ferro-Methode hat in mehr als 45 Jahren Erfahrung gezeigt, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene ihr Stottern vollständig überwinden können. Diese Stottertherapie basiert auf dem Training des Zwerchfellmuskels.

Die Methode konzentriert sich auch auf die mentalen Aspekte, einschließlich der Bewältigung sozio-emotionaler Probleme, die häufig mit dem Stottern einhergehen, sowie der Stärkung des Selbstvertrauens und der Verringerung von Ängsten. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch, dass die Person selbst motiviert ist, an der Therapie teilzunehmen, und entschlossen ist, ihr Stottern zu überwinden.

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